Chronik

Familie Jonas Schloß

Schillerstraße 1 (heute: Bahnstraße 50)

Frida Schloß (geb. Strauß)
Jenny Blum (geb.Schloß)
Jakob Ludwig Schloß
Dora Heyum (geb. Schloß)

Meta Schloß

 

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Jonas Schloß wurde am 29. September 1865 in Frankfurt am Main als Jona, Sohn des Jacov Aria, geboren.

Jonas muss schon in jungen Jahren geschäftlich aktiv gewesen sein. Im Langener Wochenblatt vom 09.06.1883 offerierte er Schuhe, Kleider und Stoffe  für sein Geschäft in Frankfurt.

Was ihn nach Langen verschlug ist unbekannt. Fest steht: Am 24.1.1882 kam er im Alter von 16 Jahren nach Langen, wo er seitdem wohnte. Sein Waren-Abzahlungsgeschäft betrieb er jedoch weiter in Frankfurt in der Neuen Kräme 32.

Am 17. Juni 1888 heiratete er Frida Strauß und übernahm in Langen das Geschäft des Simon Bing. Seine Frau arbeitete im Geschäft mit und erhielt die Prokura.

Jonas Schloß und seine Frau Frida kauften 1889 das Haus Wilhelmstraße 1, wo er auch sein Geschäft betreibt; 1895 wohnten sie auch noch hier.

 Am 16.8.1905 muss er für sein Geschäft S. Bing Nachf. Inh. Jonas Schloß, Alleininhaber, ein Konkursverfahren anmelden und gibt das Geschäft am 14.7.1906 auf. Wovon  die Familie in der Folgezeit lebte ist unbekannt. Allerdings scheinen sie nicht völlig mittellos  gewesen sein, denn der Name Jonas Strauß erscheint als einer der Spender der israel. Religionsgemeinschaft für die Kriegsfürsorge-Sammlung vom August 1914 (siehe Bild). 1916 spendet er abermals für die Kriegsfürsorge.

1914 ist  die Familie in der Wiesenstraße 4 gemeldet. Laut dem Adressbuch der Stadt Langen von 1925 wohnte die Familie dann in der Schillerstraße 1. Auch für diese Zeit wissen wir nicht, womit Jonas Schloß seinen Unterhalt verdiente.

Von 1923 bis zu seinem Tode am 29.11.1935 gehörte Jonas Schloß gemeinsam mit Issak Markus und Julius Rossmann dem Vorstand der jüdischen Gemeinde an. 1927 wird er erneut als Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde bestätigt.

Am 29.11.1935 stirbt Jonas Schloß in Langen im Alter von 70 Jahren. Er ist auf dem Jüdischen Friedhof in Langen beerdigt. Es war die letzte Beerdigung, die auf diesem Friedhof durchgeführt wurde.

 

Frida Schloß meldete sich am 1. September 1938 nach Frankfurt ab und zieht wie viele jüdische Bewohner in die Großstadt. Am 8. August 1942 nahm sie sich dort das Leben. Ihr Grabstein befindet sich auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in der Eckenheimer Landstraße.